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Hannah-Arendt-Schule
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Hannah Arendt

„Ich will verstehen“

Hannah Arendt wurde 1906 als Tochter jüdischer Eltern in Hannover geboren. Sie musste Deutschland wegen der Machtergreifung Hitlers 1933 verlassen, blieb acht Jahre lang in Paris und emigrierte schließlich 1941 in die USA, wo sie bis zu ihrem Tod 1975 lebte und arbeitete. Arendt war Professorin an mehreren amerikanischen Universitäten, verfasste wegweisende Arbeiten zur politischen Theorie, Zeitgeschichte und Anthropologie und gilt als einflussreichste politische Philosophin des 20. Jahrhunderts. In ihren Schriften widmet sie sich auf verschiedene Weise den ausschlaggebenden politischen Ereignissen ihrer Zeit – dabei insbesondere dem Nationalsozialismus und dem Stalinismus –, und sie versucht zu verstehen, wie diese historischen Ereignisse unser moralisches und politisches Urteilsvermögen beeinflussen. Ihre drei bekanntesten Werke befassen sich mit Totalitarismus, dem Handeln von Individuen und dem radikal Bösen.

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Foto: Fred Stein

Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft (1955)

In dieser Studie über die  historische Entstehung und die gemeinsamen Merkmale von Nationalsozialismus und Stalinismus entwickelt Arendt die These, dass sich totalitäre Herrschaft durch umfassenden Terror von anderen Arten der Herrschaft unterscheidet. Die Merkmale des totalitären Terrors sind: Umwandlung von gesellschaftlichen Gruppen in fanatisierte Massen, Beseitigung von Gruppensolidarität, Stilisierung eines Führers, millionenfaches und rationalisiertes Morden, Passivität der Opfer, Bewunderung der Verbrechen und Denunziationen innerhalb der Bevölkerung. Als eine Ursache für die Anziehungskraft totalitärer Bewegungen auf den modernen Menschen nennt Arendt die „allenthalben zunehmende Verlassenheit. Es ist, als breche alles, was Menschen miteinander verbindet, in der Krise zusammen.“2 Das „eiserne Band des Terrors“ und der totalitären Ideologien würden dabei als Rettung aus Entfremdung und Entwurzelung empfunden. Arendt geht es in diesem Buch allerdings nicht darum, das Phänomen des Totalitarismus erschöpfend aus seinen Elementen und Ursprüngen zu erklären: Das würde nämlich bedeuten, die Ungeheuerlichkeit der Ereignisse zu leugnen und die beispiellose Grausamkeit der Massenmorde als historisch zwingende und notwendige Entwicklung darzustellen. Stattdessen fordert sie, dass sich alles Denken immer aufmerksam und unvoreingenommen der Wirklichkeit stellen und entgegenstellen muss.

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Fred Stein

Viele Fotos von Hannah Arendt wurden von Fred Stein gemacht, der für seine Schwarzweiß-Bilder von vielen Künstlern und Politikern bekannt ist. Seine Fotos von Albert Einstein und Hannah Arendt sind weltberühmt. Fred Stein ist 1909 in Dresden geboren und 1967 in New York verstorben.

Wir bekanken uns herzlich bei Peter Stein für die Erlaubnis die Bilder seines Vater zu verwenden!

 

 

 

 

Fred Stein - fotografiert von seiner Frau