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Gemeinsamer Projektunterricht mit dem LBZB


24.06.2014

Inklusion ist ein viel diskutiertes und beachtetes Thema in ganz Europa und auch Niedersachsen hat sich diesen Gleichstellungsanspruch in der Bildungspolitik auf die Fahnen geschrieben.


Warum nicht einfach mal das tun, wovon andere nur reden, dachten sich Kolleginnen und Kollegen aus der Hannah-Arendt-Schule und dem Landesbildungszentrum für Blinde (LBZB). Seit vielen Jahren bereits ordnet die Hannah-Arendt-Schule eine Kollegin ab, die hochgradig sehbehinderten und blinden Schülern vor Ort am LBZB Berufschulunterricht erteilt. Aber können Schülerinnen und Schüler mit hoher Sehbeinträchtigung oder Blindheit nicht auch gemeinsam mit anderen Schülerinnen und Schülern ganz „normal“ an einer Berufsbildenden Schule mit über 1800 Schülern unterrichtet werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Interesses, als die  Schulleitungen der beiden Schulen eine Zusammenarbeit ihrer beiden Schulen in den "Oberstufenklassen" der Berufsfachschule - Wirtschaft für das Schuljahr 2013/2014 vereinbarten.

Unter dem Motto "learning by doing" füllen seitdem die 27 Schülerinnen und Schüler der Hannah -Arendt-Schule, in der auch zwei Rollstuhl fahrende Mitschüler sind und 4 Schüler der Landesbildungszentrums für Blinde an vier Stunden in der Woche diese Zusammenarbeit mit Leben.  Auf dem Lehrplan steht dabei die Projektmethode, die anhand konkreter Aufträge erarbeitet wird. 
 
Vieles musste im Vorfeld bedacht und ausdiskutiert werden. Eine besondere Herausforderung bildet der gemeinsame Zugang an Informationen, die vorwiegend in schriftlicher oder bildlicher Form gegeben werden und von den sehenden Schülerinnen und Schülern visuell erfasst und bearbeitet werden. Hier müssen die Informationen im Vorfeld blindenspezifisch überarbeitet und aufbereitet werden, damit sie unter dem Einsatz technischer Hilfsmittel, der sog. Braille-Zeile am PC in Punktschrift von den blinden Schülern gelesen werden können.
 
Der Startschuss für die Zusammenarbeit fiel im Oktober bei einem dreitägigen Blockseminar in den Räumen der Cafeteria des LBZB. Mit viel Elan, guter Laune und großer Motivation wurden die notwendigen theoretischen Grundlagen der Projektmethode gemeinsam erarbeitet und anhand eines konkreten Arbeitsauftrags angewendet. Am Ende der drei Tage konnten die Schülerinnen und Schüler auf ein gutes Stück Arbeit, eine fertig geplante behindertengerechte Wohnung aber vor allem auf ein gewachsenes gegenseitiges Verständnis zurück schauen.

 

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